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Laborwerte und Befunde vom Haustier

„Zeckenkrankheiten“

Zecken können auf Mensch und Tier gefährliche Krankheitserreger übertragen. Typische „Zeckenkrankheiten“ waren noch vor wenigen Jahren auf mediterrane Länder beschränkt. Durch Klimaerwärmung, Globalisierung und Reisetourismus sind sie jetzt auch hierzulande bedeutende Erkrankungen, die unbehandelt für Tier und Mensch durchaus tödlich enden können.

Zecken sind ein Risiko


Die Babesiose

(Piroplasmose, auch als „Hundemalaria“ bezeichnet)

Die Babesiose ist eine lebensgefährliche Erkrankung bei Hunden, bei der die roten Blutkörperchen durch Einzeller befallen und zerstört werden, ähnlich wie bei der Malaria des Menschen. Daher wird die Krankheit auch häufig als „Hundemalaria“ bezeichnet. Während die Erreger der Malaria des Menschen (Plasmodien spp.) jedoch durch den Stich bestimmter Mücken übertragen werden, werden die Erreger der Babesiose durch Zecken übertragen.

Erreger: Einzeller Babesia canis (B. canis canis, B. canis rossi, B. canis vogeli)

Überträger: Bunt- oder Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) und Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)

Übertragungszeit: 48-72 Stunden nach dem Festsaugen; einmal gesogene Zecken bereits nach 12 Stunden.

Zeit zwischen Infektion und ersten Symptomen: 5-7 Tage (bis 3 Wochen möglich)

Klinische Symptome: In der Regel verläuft die Erkrankung akut und beginnt mit hohem Fieber (bis 42° C), starkem Durst, Appetitlosigkeit, Mattigkeit und schnellem Konditions- und Gewichtsverlust. Im weiteren Verlauf kommt es durch den Befall und die Zerstörung der roten Blutkörperchen zu Blutarmut und Gelbsucht mit rotem oder grünlichem Urin. In Haut und Schleimhäuten können Blutungen zu erkennen sein. Weiterhin können oberflächliche Entzündungen der Schleimhäute, besonders der Maulschleimhaut auftreten.
Sofern auch das zentrale Nervensystem betroffen ist, sind Bewegungsstörungen durch unvollständige Lähmungen sowie epileptiforme Anfälle möglich.
Wird die Babesiose nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, sterben die erkrankten Hunde in der Regel.

Prophylaxe: Aufgrund dieser lebensgefährlichen Erkrankung, ist es wichtig, den Hund vor Zeckenstichen und damit vor einer Infektion zu schützen. Dies ist umso wichtiger, da sich gerade die Auwaldzecke und mit ihr die Babesien in den letzten Jahren auch in Deutschland immer weiter ausgebreitet haben und immer mehr Hunde erkranken.


Borreliose

Lyme disease

Die Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung des Hundes, die vor allem mit Bewegungsstörungen auf Grund von Gelenkserkrankungen einhergeht und unverzüglich mit einem Antibiotikum behandelt werden muss. Die krankheitsverursachenden Borrelien werden vom Gemeinen Holzbock auf den Hund übertragen. In Deutschland sind derzeit etwa ein Drittel dieser Zecken mit den Erregern infiziert, Tendenz steigend.

Erreger: Borrelia burgdorferi sensu lato

Überträger:Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus)

Übertragungszeit: 16-72 Stunden nach dem Festsaugen

Zeit zwischen Infektion und ersten Symptomen: 2-5 Monate

Klinische Symptome: Bei den meisten Hunden verläuft eine Borreliose ohne erkennbare Symptome. Es kann aber auch Appetitverlust, Mattigkeit und hohes Fieber beobachtet werden. Nach einiger Zeit kann es zu schmerzbedingten Bewegungsbeeinträchtigung und wiederkehrenden Lahmheiten durch Entzündungen verschiedener Gelenke kommen. Im weiteren Verlauf sind auch Organschäden möglich, die vor allem die Nieren und das Herz betreffen. Auch Nervenentzündungen und Überempfindlichkeiten im Rückenbereich sowie akute Hautentzündungen mit wässrigen Ausschwitzungen (Hot spots) können auftreten.

Prophylaxe: Der beste Schutz gegen eine Erkrankung ist ein wirksamer und zuverlässiger Zeckenschutz. Der Zeckenstopper – ein Spot-on Präparat –  wirkt auf Zecken sowohl abschreckend als auch abtötend, wodurch ein besonders effektiver Zeckenschutz durch diese Präparate gegeben ist.


Anaplasmose

Die Anaplasmose ist eine Erkrankung, bei der die weißen Blutzellen geschädigt und zerstört werden. Die Erkrankung ist durch alle 2-3 Wochen wiederkehrende Erkrankungsschübe gekennzeichnet, die mit Fieberschüben und verschlechtertem Allgemeinbefinden einhergehen. Bei manchen Hunden schafft es das Immunsystem, die von dem Gemeinen Holzbock übertragenen Erreger vollständig auszuschalten. In der Regel wird der Erreger allerdings bei jeder Schwächung des Immunsystems – beispielsweise durch Kälte, Stress, andere Infektionskrankheiten erneut aktiv.

Erreger: Anaplasma phagocytophilum

Überträger: Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus)

Übertragungszeit: < 24 Stunden

Zeit zwischen Infektion und ersten Symptomen: 4-11 Tage

Klinische Symptome: Plötzlich einsetzendes hohes Fieber. Die Tiere werden apathisch und fressen nicht mehr. Häufig können auch Erbrechen und Durchfall sowie zentralnervöse Symptome beobachtet werden. Auftretende Bewegungsunlust bzw. Lahmheiten können auf Entzündungen in den Gelenken und damit verbundene Schmerzen zurückgeführt werden. Weiterhin können auch innere Organe wie Leber, Milz und Nieren sowie die Augen betroffen sein. Ein Erblinden der Tiere ist möglich.

Prophylaxe: Da kein Impfstoff zum Schutz gegen eine Infektion zur Verfügung steht, muss eine Übertragung des Erregers durch einen wirksamen Zeckenschutz erfolgen. Dafür stehen Spot-on Präparate zur Verfügung, die sowohl eine abweisende wie abtötende Wirkung auf alle Zecken hat.


Ehrlichiose

(Rickettsiose)

Die Ehrlichiose ist eine Erkrankung der weißen Blutkörperchen und galt bislang als eine so genannte Reisekrankheit, vornehmlich aus Mittelmeerländern. Mittlerweile wird die krankheitsübertragende Braune Hundezecke jedoch auch zunehmend nördlich der Alpen gefunden.
Erreger: Ehrlichia canis (Rickettsien)

Überträger: Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)

Übertragungszeit: beim Hund unbekannt (bei der Maus 36 Stunden)
Zeit zwischen Infektion und ersten Symptomen: 7-15 Tage

Klinische Symptome: Die akute Phase der Erkrankung beginnt mit ausgeprägter Mattigkeit, Futterverweigerung, Fieber, Gewichtsverlust, Atemnot und Erbrechen. Es können Blutungen in Haut und Schleimhäuten sowie Nasenbluten auftreten. Der Tierarzt kann in der Regel auch eine Schwellung von Lymphknoten und Milz sowie eine Veränderung des Blutbildes feststellen. Chronisch an Ehrlichiose erkrankte Hunde sind schwach, matt und magern ab. Neben einer deutlichen Blutungsneigung und Atemnot sind häufig die Augen durch eitrig-schleimigen Ausfluss verkrustet oder eine Trübung der Hornhaut ist zu erkennen. Im weiteren Verlauf können die Tiere Erblinden. Ohne Therapie kann es auch zu anderen, irreversiblen Organschädigungen kommen.

Prophylaxe: Einen Schutz vor der Erkrankung kann nur durch einen wirksamen Zeckenschutz erreicht werden. Hierfür stehen Permethrin-haltige Präparate  zur Verfügung.


Hepatozoonose

Die Hepatozoonose (hepato = Leber) ist eine Erkrankung, von der verschiedene innere Organe betroffen sind. Je nach Schwere der Erkrankung sind auch Todesfälle in Folge der Organschäden durch den Erreger möglich. Die Erkrankung ist heute vor allem ein großes Problem im europäisch-mediterranen Raum. Es wird aber auch mit steigenden Fallzahlen in weiter nördlich gelegenen Ländern gerechnet.

Erreger: Hepatozoon canis

Überträger: Verzehr oder Zerbeißen der Braunen Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)

Übertragungszeit: Die Infektion erfolgt mit dem Abschlucken der Zecke.

Zeit zwischen Infektion und ersten Symptomen: 2-4 Wochen

Klinische Symptome: Der Erreger vermehrt sich in der Muskulatur des Hundes was zu Entzündungen und Schmerzen mit einem steifen, hinkenden Gang führt. Durch die andauernde Schonung der Muskulatur, baut sich diese dann ab (Muskelatrophie).
Durch Eindringen der Erreger in die Darmwand mit anschließender Vermehrung kommt es in Folge einer Infektion zu blutigen Durchfällen. Außerdem reagiert der Organismus häufig mit wiederkehrendem Fieber.

Prophylaxe: Um eine Infektion des Hundes mit dem Erreger zu verhindern, ist auf einen zuverlässig wirksamen Zeckenschutz zu achten, wie er z.B. mit dem Zeckenstopper gegeben ist.


FSME

Frühsommer-Meningoenzephalitis

Diese Viruserkrankung führt zu neurologischen Symptomen und kommt vor allem beim Menschen aber auch beim Hund vor, insbesondere, wenn das Immunsystem der Tiere zum Zeitpunkt der Infektion geschwächt ist. Das Virus wird durch den Gemeinen Holzbock übertragen und ist inzwischen in weiten Teilen Deutschland verbreitet.
Das Robert-Koch-Institut (RKI) erstellt in regelmäßigen Abständen eine Übersicht über die aktuellen Endemiegebiete sowie eine Risikoeinschätzung www.rki.de.

Erreger: Frühsommer-Meningoenzephalitisvirus

Überträger: Gemeiner Holzbock (Ixodes ricinus)

Übertragungszeit: Wenige Minuten nach dem Stich

Zeit zwischen Infektion und ersten Symptomen: 2-3 Wochen

Klinische Symptome: Ähnlich wie beim Menschen, führt das Virus bei empfänglichen Tieren zu schweren Erkrankungen, an denen der Großteil der Tiere stirbt oder auf Grund der Schwere der Erkrankung und der damit verbundenen schlechten Prognose euthanasiert werden muss.
Nach der Infektion kommt es zu Fieber, es folgen Krämpfe, Bewegungsstörungen, Lähmungen und andere neurologische Symptome. Charakteristisch sind eine Überempfindlichkeit des Kopf- und Nackenbereiches sowie eine allgemein erhöhte Schmerzhaftigkeit. Es können Verhaltensänderungen von apathisch bis übererregt oder aggressiv auftreten. Durch Ausfälle der Gehirnnerven kommt es zu einer Lähmung der Gesichtsmuskulatur und der Muskeln des Auges.

Prophylaxe: Im Gegensatz zum Menschen steht für den Hund kein schützender Impfstoff zur Verfügung, weshalb umso mehr auf einen wirksamen Schutz vor Zecken geachtet werden muss. Geeignete Präparate enthalten z. B. Permethrin.


Tierärztliche Klinik
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